
Herbert Ringele, Ausbildungsverantwortlicher für
Anlagen- und Apparatebauer/innen, Standort
Baden/Birr
«In diesem Beruf braucht es ein sehr gutes dreidimensionales Vorstellungsvermögen. Konkret heisst das: Du musst dir zum Beispiel vorstellen können, wie aus einem flachen Blech ein kompliziertes Gehäuse wird.
Der Arbeitsalltag wird immer mehr geprägt von modernen Technologien wie Laserschneiden und computergesteuerten Maschinen. Ein Anlagen- und Apparatebauer stellt Gehäuse in jeder Grösse her; deshalb braucht es Freude an der Metallverarbeitung und Blechbearbeitung. Viele Gehäuse, die in den letzten Jahren aus Kunststoff gemacht wurden, werden heute wieder aus Blech hergestellt.
Als Anlagen- und Apparatebauer musst du gut sein in Mathe und Physik. Und Prozesse und Ablaufe müssen dich interessieren. Im ersten Lehrjahr wirst du zusammen mit den Polymechanikern ausgebildet; im zweiten folgt die Spezialausbildung. So bekommst du das mechanische Rüstzeug, um selber eine Vorrichtung zu bauen – z.B. zum Blechbiegen.
Früher erkannte man diese Berufsleute am Körperbau; meistens waren es kräftige Männer mit Vorschlaghammer und Schlosserschürze. Heute ist es ein Hightech-Beruf – und in diesem Jahr beginnt bei uns eine Frau die Lehre als Anlagen- und Apparatebauerin! Bodybuilding ist also nicht vorausgesetzt. Als gelernter Anlagen- und Apparatebauer kannst du später z.B. auf Auslandmontage gehen. Oder du bist als Schiffsmechaniker auf grossen Ozeandampfern für Rohrleitungen zuständig. Vielleicht arbeitest du aber auch in einer spezialisierten Firma wie jenen, die mit den Lernzentren LfW zusammen arbeiten.»